„Am Anfang dachte ich, man muss sich im Sales verstellen, doch das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Frage ist: Würde ich an Stelle der Kund:innen kaufen? Wenn ich sie aufrichtig beantworte, verstehe ich Kund:innen besser.” Vertrieb gilt als Kampf um Aufmerksamkeit und Budgets. Doch mit sinkendem Vertrauen in klassische Sales-Methoden zeigt sich ein neuer Weg: Empathie. Gründer von Empathie Sales GmbH und Vertriebsstratege Julian Scharf erzählt, wie er durch Zuhören nicht nur Deals gewinnt. Er hat unzählige Gespräche geführt - mit Startups, Konzernen, Menschen, die schon zehn Tools ausprobiert haben, und solchen, die am liebsten gar nicht erst ans Telefon gehen.
Seit ihrem 18. Lebensjahr ist Anna in der Immobilienwelt zu Hause und bringt tiefgehende Einblicke in Brancheninnovationen, Herausforderungen und zukunftsweisende Designlösungen mit. Neben ihrem Studium der Immobilienwirtschaft hat sie eine Weiterbildung in Social Media Marketing absolviert. Sie engagiert sie sich ehrenamtlich bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Eine Freundschaft als Fundament
Ole und Kolja kennen sich seit ihrer Geburt, ihre Mütter sind eng befreundet, Oles Mutter ist sogar Koljas Patentante. Die beiden haben jahrelang gemeinsam Weihnachten gefeiert, sich zwischenzeitlich aus den Augen verloren und dann wiedergefunden. Kolja absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter, in dieser Zeit entstand auch das Interesse für selbstgemachte Kleidung. Während Kolja das Nähen lernte, probierte sich Ole an DIY-Projekten.
Ihre ersten Produkte waren keine Möbel, keine Keramik, sondern Kleidung. In ihrer Schulzeit wollten plötzlich alle etwas von ihren selbstentworfenen Shirts und Hoodies haben. Die entscheidende Geburtsstunde von YardShedOffice kam dann tatsächlich im Gartenhaus. Dort veranstalteten die beiden Partys und entwarfen dafür Outfits. Der Name YSO entstand beiläufig, aber blieb.
Ein wichtiger Push kam, als Kolja zufällig Gustav von der inzwischen bekannten Band 01099 auf einer Party traf und Gustav YSO wenig später in ihrem Song Frisch erwähnte (YSO auf mei'm Hemd). Der Song hat auf Spotify inzwischen über 137 Millionen Streams und auf YouTube über 7,7 Millionen Views. Plötzlich gab es überregionale Nachfrage. Doch mit Beginn von Oles Studium ruhte das Projekt rund um YSO zunächst ein Jahr. War dies vielleicht ein Fehler, den Push nicht mitgenommen zu haben?

Vom Textil zum Produktdesign
Ole studiert heute Produkt- und Kommunikationsdesign. Und genau dieses Studium veränderte die Ausrichtung von YardShedOffice: weg vom Textilen, hin zu Objekten, Materialien und funktionalen Formen. Ole experimentierte intensiv mit Keramik. Das erste Produkt war eine Tasse. Diese führte direkt zum ersten Pop-up-Event in Dresden, das überraschend erfolgreich lief. „Der Pop-up lief extrem gut“, erzählt Ole später. Das motivierte die beiden, YSO stärker in der Produktsparte einzigartiger Designobjekte weiterzuentwickeln. Was hier wahrscheinlich auch ausschlaggebend für den Erfolg war, ist die begrenzte Verfügbarkeit der Produkte.
Beim zweiten Pop-up arbeiteten sie bereits mit externen Kreativen zusammen, darunter die internationale AI-Designerin Tina Bobbe und das Herbst Freitag Studio aus Halle. Ihre Keramiktassen wurden optimiert, neue Farben kamen hinzu. Dann folgte ein weiterer Schritt: die museale Ausstellung im Japanischen Palais in Dresden. Allein daraus gewann YSO organisch rund 600 neue Follower, ohne aktive Kampagne, nur durch Sichtbarkeit.
Kurz darauf entstand der ASO Stuhl, gemeinsam entwickelt mit der Designstudentin Alima Wassermann. Die von Ole anfangs entworfenen Tassen wurden zudem für den Isola Design Award nominiert. Heute arbeitet YSO eng mit regionalen Handwerker:innen zusammen, darunter eine Keramikerin und ein Tischler. Für Ole und Kolja ist diese partnerschaftliche Zusammenarbeit zentral: fair, offen, kritikfähig. „Das Miteinander zählt“, sagt Ole.
Auch familiäre Unterstützung war wichtig: „Großer Support von den Eltern, sei es mit dem Auto Produkte hin- und her fahren oder mit finanzieller Unterstützung bei den Pop-ups.“
Die Teilnahme an der Dutch Design Week war ein weiterer Meilenstein. Sie brachte internationale Wahrnehmung, erhöhte Vermarktungsmöglichkeiten und diente als Aushängeschild. „Man wird international wahrgenommen, das hilft enorm“, sagen sie.
Überhaupt sind Ausstellungen für YSO essenziell. Man lerne viel über Organisation, Szenografie und Abläufe, aber noch wichtiger sei das Netzwerk: „Man trifft extrem coole und einflussreiche Leute, die Lust auf die gleichen Themen haben. Dadurch entstehen neue Allianzen und neue Projekte.“

Wir suchen zukünftige Gründer:innen & Selbstständige, die ihren Bildungsgutschein einlösen wollen, um in 4 Monaten alles über die Gründung lernen in direkter Zusammenarbeit mit erfahrenen Gründer:innen.
Hier mehr erfahren
Was für YSO gute Gestaltung bedeutet
Für die beiden Gründer ist gutes Design klar definiert: Funktionalität und Reduktion auf das Wesentliche. „Weniger ist mehr – und trotzdem darf es durch farbliche Akzente cool sein“.
Produkte, die funktionieren – und solche, die noch wachsen müssen
YSO verkauft heute über den eigenen Online-Shop, externe Concept Stores, Retailer und Cafés. Bestseller ist die Keramiktasse, gefolgt von Hockern. Die Stühle laufen noch verhalten, aber das ist für Ole und Kolja Teil des Lernprozesses. „Da sammeln wir Erfahrungen, wie das besser funktionieren kann.“ Und hier ist der Moment, in dem man vom Designgedanken in die Wirtschaftlichkeit übersetzen muss. Was kostet ein Stuhl in der Produktion, wird dieser den Designansprüchen und der Philosophie gerecht und ist das Preis-Leistungs-Verhältnis auch für Kund:innen nachvollziehbar und bezahlbar? All diese Fragen versuchen die zwei gerade zu evaluieren.
Wachstum, aber bewusst langsam
Ja, YSO möchte skalieren, aber nicht überhastet. „Alles mit der Zeit. Nichts überstürzen. Geordnet und ohne Stress“, sagen sie. Möglich wird dieses organische Wachstum auch dadurch, dass beide nebenbei arbeiten: Kolja als Chefdesigner einer Kleidungsmarke, Ole als Werkstudent im Designbereich.
Die größten Hürden? Kapital, sagen sie, und eine wirtschaftliche Lage, die hochwertige Design-Interior-Objekte relevant bleiben lässt. Aber: „Wenn man Leidenschaft und Bock hat, sehen das die Leute auch, und dann gibt es eigentlich keine Hürde mehr.“

Der Blick nach vorn
In zwei Jahren möchten die beiden für eine Weile nach Halle ziehen und weiter studieren, um ihr Wissen zu vertiefen und sich noch mehr auf ihr Designstudio zu fokussieren. Langfristig wollen sie jedoch in Dresden bleiben. In fünf Jahren sehen sie sich als „große Designbude“, ein unabhängiges Studio, das von Aufträgen leben kann und spannende Projekte umsetzt.
Mit über 57.000 Designunternehmen allein in Deutschland ist YardShedOffice Teil eines sehr großen, aber auch sehr kompetitiven Marktes. Gleichzeitig zeigt der hohe Umsatz in der Designwirtschaft (über 23 Mrd. €) das wirtschaftliche Potenzial von Design-Studios, insbesondere wenn man sich strategisch positioniert.1
Das durchschnittliche Umsatzniveau in der Kultur- und Kreativwirtschaft (858.000 €/Unternehmen) liefert YardShedOffice einen Maßstab, was mittelfristig möglich wäre, besonders wenn sie weiter skalieren oder bestimmte Objekte (z. B. Stühle) stärker verkaufen.
Weitere Produktideen gibt es reichlich: von einer eigenen Design Week in Dresden bis hin zu unkonventionellen Produkten wie Türgriffen und sogar Kloschüsseln. Klingt verrückt? „Ist aber funktional, und die Komplexität solcher Produkte unterschätzt man total“, sagt Ole.
Ratschläge an junge Designer:innen
Der wichtigste Tipp für angehende Gründer:innen im Designbereich: Energy mitbringen und den richtigen Menschen an der Seite haben.
„Mit jemandem gründen, mit dem man sich auch mal streiten kann. Passion ist das A und O. Wenn man gemeinsam Bock hat, läuft’s von selbst“, sagt Ole.
Was sie rückblickend anders machen würden? Von Anfang an wirtschaftlicher denken. Die wirtschaftliche Komponente hätten sie zu Beginn oft ausgeblendet.
Die hohe Zahl registrierter Designs bei DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) unterstreicht, wie wichtig es zudem für Studios ist, eigenes Produktdesign rechtlich abzusichern. Gerade für junge Studios, die Möbel oder Objekte entwickeln, kann eine Design-Anmeldung wertvoll sein.
Warum gerade Dresden ein guter Ort für Designstudios ist
Während Metropolen wie Hamburg starke Design-Ökosysteme haben, könnte ein Studio in Dresden durch lokales Wachstum und Kooperation mit regionalen Handwerkern eine Nische besetzen, gerade wenn man sich bewusst auf Qualität, Designschutz und nachhaltige Produktion konzentriert.
YSO sieht großes Potenzial in der Stadt. Dresden bietet Raum, Möglichkeiten und Entwicklungspotenzial, ohne den Überfluss und Konkurrenzdruck großer Metropolen. „In Berlin ist man als Designstudio schnell überflüssig“, sagen sie. In Dresden dagegen könne man extrem gut wachsen.
1 https://page-online.de/kreation/monitoringbericht-kultur-und-kreativwirtschaft-2024/



.png)

.png)